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Namensreaktionen

Verwandte Reaktionen: Acyloinkondensation, Stetter

Organic Chemistry Portal: Benzoin Condensation

Benzoinkondensation

Die Benzoinkondensation ermöglicht die Synthese von α-Hydroxyaldehyden. Die ursprüngliche Synthese ist auf aromatische Edukte beschränkt.


Mechanismus

Additionen von Cyanidionen an Aldehyde zu Cyanhydrinen gelingen nicht, da aus einem Cyanid-Salz (pKa = 9) ein Alkoholat (pKa = 16) gebildet werden müsste. Erst der Einsatz der Blausäure (in situ) ermöglicht die Synthese.

Cyanid wirkt in der Benzoinkondensation also nur katalytisch:

Das Proton an C-α wird wegen dem neuen (-I)-Substituenten saurer, doch die Acidität hängt im wesentlichen vom aromatischen Substituenten ab, denn er stabilisiert die entstehende negative Ladung:

Aldehyde, welche nach einer Umpolung an C-α Protonen abspalten, werden Donor genannt.

Das Donor-Molekül greift als Nucleophil an:

Im letzten Schritt wird Cyanid als gute Abgangsgruppe abgespalten:

Das Akzeptormolekül liegt nun im Produkt "protoniert" vor.

Eine alternative Möglichkeit zur Darstellung von α-Hydroxyaldehyden ist die Acyloinkondensation. Als Edukte kommen in dieser Synthese allerdings nur Ester in Frage.

Die Kondensation mit Michael-Akzeptoren wird Stetter-Reaktion genannt.