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Namensreaktionen

Verwandte Reaktionen: Friedel-Crafts-Alkylierung, Fries-Verschiebung

Organic Chemistry Portal: Friedel-Crafts Acylation

Friedel-Crafts-Acylierung

Diese Reaktion ermöglicht die Acylierung von Aromaten durch Reaktion von Säureanhydriden oder Säurechloriden mit elektronenreichen Aromaten in Gegenwart einer Lewissäure.


Mechanismus

Die Friedel-Crafts-Acylierung ist eine electrophile aromatische Substitution, welche mit elektronenarmen Aromaten (z.B. Nitroverbindungen, Pyridine) nicht stattfindet.

Als "Katalysatoren" dienen Lewis-Säuren wie AlCl3, BF3. Da diese Mediatoren durch das Produkt komplexiert werden, sind die Lewis Säuren oft in überstöchiometrischen Mengen notwendig. Werden Säureanhydride eingesetzt, so müssen sogar mehr als zwei Äquivalente Katalysator verwendet werden, da auch die entstehende Säure den Katalysator inaktiviert.

Das Edukt steht durch Einwirkung des Katalysators im Gleichgewicht mit dem entsprechenden Acyliumion:

Das nur in kleinen Mengen vorkommende Acyliumion reagiert als gutes Electrophil rasch mit einem elektronenreichen Aromaten ab:

Das erwünschte Produkt wird in einer wässrigen Aufarbeitung freigesetzt.

Ein grosser Vorteil der Friedel-Crafts-Acylierung gegenüber der Friedel-Crafts-Alkylierung ist, dass das Produkt desaktiviert ist, und deswegen eine doppelte Substitution ausgeschlossen werden kann.

Mittels Clemmensen- oder Wolff-Kishner-Reduktion des Produktes aus der Friedel-Crafts-Acylierung sind die Alkyl-substituierten Produkte erhältlich:

In industriellen Prozessen wird bei Acylierungen mittlerweile auf die Verwendung von Lewissäuren verzichtet, da nach einer wässrigen Aufarbeitung grosse Mengen an Hydroxid-Schlämme anfallen, die entsorgt werden müssen. Als Alternative stehen Reaktionen mit Protonensäuren zur Verfügung, welche allerdings bei höheren Temperaturen durchzuführen sind.

Die Orientierung der Friedel-Crafts-Acylierung gehorcht den Regeln der electrophilen, aromatischen Substitution.